Grundsicherung für Arbeitssuchende ist im Landkreis deutlich günstiger geworden



(Bad Hersfeld, 29. Oktober 2008) Die Senkung der Arbeitslosenzahlen hat in der
Optionskommune Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu einer deutlichen Reduzierung der
notwendigen finanziellen Ausgaben der Grundsicherung geführt. Der Aufwand konnte seit
dem Höchststand im Jahr 2006 um insgesamt 5,6 Millionen Euro und damit um annähernd
20 Prozent reduziert werden. „Für den Haushalt 2009 kalkulieren wir mit einer weiteren
Einsparung von einer Million Euro“, berichtet Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin
Christa Bittner.


Allerdings seien die „Kosten der Unterkunft“ (KdU), auf deren Erstattung jeder
Hilfeempfänger Anspruch hat, trotz sinkender Empfängerzahlen nur leicht rückläufig. Für den
Kreishaushalt 2009 werde von einem stabilen Wert ausgegangen. Einsparungen seien nicht
möglich, weil der Bund seinen Anteil gesenkt habe, wodurch der Landkreis etwa 350.000
Euro weniger erhalten werde. Zudem seien die Mietnebenkosten kräftig angestiegen. „Und
wir haben mehr Aufstocker, das sind Menschen, deren Einkommen aus einer
Erwerbstätigkeit nicht ausreicht, um den notwendigen Lebensunterhalt vollständig zu
bestreiten. Deren Unterkunftskosten müssen fast vollständig von den Kommunen getragen
werden“, erklärt Christa Bittner.


Überdies sei im Bereich der Verwaltungskosten der Optionskommune eine stärkere
kommunale Belastung zu erwarten. Durch eine neue Verwaltungsvorschrift des Bundes wird
2009 ein anderer Modus für die Abrechnung der Personal- und Sachkosten eingeführt. Für
den Landkreis bedeute dies nach vorläufigen Berechnungen ein finanzielles Minus von etwa
200.000 Euro.


„Trotz allem sehen wir die Entwicklung im abgelaufenen Zeitraum positiv. Viele zuvor
langzeitarbeitslose Menschen konnten in Arbeit vermittelt werden. Dass wir weniger
Hilfeempfänger haben, spiegelt sich sowohl in der Steigerung der Lebensqualität im
Einzelfall als auch deutlich in der finanziellen Entlastung der Allgemeinheit wider“, zeigt sich
die Sozialdezernentin mehr als zufrieden mit dem Erreichten, wobei auch bei der
Optionskommune die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung in ihrer Auswirkung auf den
Arbeitsmarkt mit großer Sorge betrachtet wird.