Erfahren und motiviert



 


 

Das Ehepaar Reul stellt gerne Mitarbeiter mit Lebenserfahrung in der Villa Phantasia ein


Oberstoppel. Saubermachen in der Villa Phantasia ist richtig harte Arbeit. "Man kann sich nicht vorstellen, was hier los ist, wenn 120 Kinder bei schlechtem Wetter rein und raus rennen und wie so viel Dreck in ein Bett kommen kann", sagt Sabine Reul. Trotz der körperlichen Belastungen stellen die Reuls gerne Leute jenseits der 40 und auch über 50 Jahre ein und arbeiten dabei im Programm "Perspektive 50 plus" eng mit dem Unternehmensservice des Kreises zusammen.



Nicht auf dem Abstellgleis


Sabine Reul schätzt die Erfahrung und die Arbeitshaltung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Lebensmitte. Und ihr Mann Rainer, selbst 52 Jahre alt, kann sich richtig in Rage reden, wenn jemand die Leistungsfähigkeit der über 50-Jährigen in Zweifel zieht: " Auf so blöde Bemerkungen habe ich gar keinen Bock", meint er. Man sei schließlich nicht auf dem Abstellgleis, nur weil man älter sei.



Gute Erfahrungen


Gute Erfahrungen hat er dagegen sowohl mit den älteren Arbeitskräften als auch mit der Betreuung durch die Kommunale Vermittlung in Arbeit des Kreises gemacht. Die oft schon länger arbeitslosen Frauen und Männer werden bei Bedarf auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet. Probearbeiten und Lohnkostenzuschüsse erleichtern die Anfangsphase für beide Seiten.


Bei Rita Langheinrich, die seit zwei Jahren in der Villa Phantasia arbeitet und nach dem Start als Reinigungskraft inzwischen in der Küche ihre Aufgabe gefunden hat, Gabriele Martella und Bärbel Jonath, die beide seit Anfang Mai dort beschäftigt sind, klappte die Einarbeitung richtig schnell. Sie haben alle inzwischen richtige Arbeitsverträge und sind nicht mehr nur geringfügig beschäftigt. Für die Frauen, die alle aus der Marktgemeinde Haunetal stammen, ist es zudem wichtig, einen Arbeitsplatz in der Nähe ohne lange Anfahrtswege zu haben. Der Schmutz schreckt sie nicht und die Arbeit macht ihnen Freude.

Auch Koch Michael Ley hat über die Kommunale Vermittlung in Arbeit in der Villa Phantasia seinen Traumjob gefunden. Es macht ihm Spaß, Tag für Tag viele hungrige Kinder zu bekochen, auch wenn es natürlich ziemlich oft Nudeln sein müssen.


2008: 222 Leute vermittelt


222 Frauen und Männer über 50 Jahre hat die Kommunale Vermittlung in Arbeit im vergangenen Jahr in Lohn und Brot gebracht, berichtet die Erste Kreisbeigeordnete Christa Bittner. Mitte Juli soll eine neue Werkakademie in Bebra eröffnet werden, wo diejenigen, die lange Jahre nicht gearbeitet haben, in der Gruppe geschult und gestärkt werden.




Ein Bericht von: Christine Zacharias - Hersfelder Zeitung vom 25.06.2009